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Starke Stimmen, gefühlvolle Balladen
Von Hans-Peter König
Wieder einmal war die Turn- und Festhalle Ingersheim ein besonderer Ort für ein musikalisches Vergnügen der Extraklasse: Dort präsentierten sich nämlich verschiedene Musizierende des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Crailsheim zum Schuljahresabschluss. Mit dabei der Kleine Chor (Einstudierung und Leitung: Kerstin Dittmann und Corinna Just), der Mittel- und Oberstufenchor unter der Leitung von Corinna Just, die auch viele Musikstücke am Piano begleitete, die Mini-Bigband und die Bigband unter Tobias Wolber, von dem diverse eigene Arrangements stammten, und das Cello-Ensemble der Musikschule Crailsheim unter der Leitung von Ina Krauß-Pfleghaar.
Mächtig und prächtig gleichermaßen war bereits die Eröffnung mit „Bob-Omb Battlefield“ aus „Super Mario 64“ durch die Bigband, sodass es kaum jemanden auf den Stühlen hielt. In seiner Begrüßung würdigte Schulleiter Christian Reinhardt den „schwungvollen Beginn“ und stimmte, sich an vergangene Zeiten erinnernd, auf das Programm ein.
Ebenfalls sehr beschwingt bot der Kleine Chor Ralf Schnitzers „Pattern V“ und den Dum-de-Dum-Kanon „Hallo Django“ von Ulrich Führe dar. Das „Tetris-Theme“, einer russischen Volksweise folgend, und „Shaun, das Schaf“ von Mark Thomas, beides von Tobias Wolber arrangiert, brachte die Mini-Bigband ohrenfällig und ohrenschmeichelnd zu Gehör. Eher ungewöhnliche Klänge, sehr rhythmisiert und mit überraschenden Wendungen lösten sich variantenreich ab.
Mit vier Strophen des schönen geistlichen Sommerlieds „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ von Paul Gerhardt durfte sich auch das Publikum gesanglich an dem Konzert beteiligen. „The Strenuous Life“, anstrengendes Leben, von Scott Joplin setzten dagegen Ann-Katrin Hofmann (9b), Ruben Kunz (10c), Johanna Nonnenmann (10c) und Ina Krauß-Pfleghar für Eleonora Lemke (10a) als Cello-Ensemble der Musikschule Crailsheim eher gemütlich wirkend um.
Die Bigband machte sich Musik aus Film und Spiel zu eigen, indem sie mit „Skyfall“ brillierte. Dies galt gleichermaßen für die stimmgewaltige Solistin Maja Grabowski (11a). Das Schlossthema aus „The Legend of Zelda – A Link to the Past“ wurde hymnisch-marschmäßig, deutliche Akzente setzend präsentiert. Mit vier unterschiedlichen Liedern – dem Beatles-Song „All My Loving“, dem romantisch-gefühlvollen „Only You“; dem Bürgerrechtslied „We Shall Overcome“ und „Kuwate“, einem „Native American Song“; von Lorenz Maierhofer arrangiert, mit Stampfen begleitet – demonstrierte der Mittel- und Oberstufenchor ebenfalls sein Können.
Musical-Time war mit „Somewhere“ aus Leonard Bernsteins und Stephen Sondheims „West Side Story“ angesagt. Die Bigband setzte dabei die jazzhaft klingenden Seiten zusammen mit dem volltönenden Solisten Levi Hammer (7c) sehr gut in Szene.
Danach ging es mit dem von Joseph von Eichendorffs verfassten und von Johann Friedrich Glück vertonten Lied „In einem kühlen Grunde“ zurück in die Zeit der Spätromantik. Gemeinsam brachten der Kleine Chor und der Mittel- und Oberstufenchor die dem Lied zugrunde liegende wehmütige Stimmung über eine verlorene Liebe bewegend zum Ausdruck. Bei dem Evergreen „Somewhere Over the Rainbow“ aus den späten 1930er-Jahren gesellte sich den vereinten Chören ausdrucksstark noch die Bigband hinzu. Die von Michael Jackson 1988 selbst geschriebene und komponierte Pop-Ballade „Earth Song“, arrangiert von Tobias Wolber, gestalteten dann der Kleine Chor und die Bigband zusammen. In ihr vereinigen sich Elemente aus Blues, Gospel und auch aus der Oper, und in dem sozialkritischen Lied werden das zerstörerische und rücksichtslose Handeln des Menschen beklagt, aktueller denn je.
Vier Strophen des von Matthias Claudius gedichteten Abendlieds „Der Mond ist aufgegangen“, das zu den populärsten Stücken dieses Genres zählt, wurden zunächst vom Chor und dann von allen gemeinsam gesungen. Das begeisterte Publikum er- und beklatschte als Zugabe des Schuljahresabschlusskonzerts zudem schmissigen Rock’n’Roll.



