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Fußballtag in Crailsheim: Beispielhaftes Inklusionsprojekt
Austragungsort des Aktionstages war die Crailsheimer Karlsberghalle, in der 22 Schülerinnen und Schüler der Fröbelschule sowie sechs des Albert-Schweitzer-Gymnasiums gemeinsam Fußball spielten. „Wir trainieren das ganze Jahr über einmal wöchentlich zusammen und das ist unser Highlight“, so Julia Lober, Lehrerin am ASG.
Im Rahmen eines sozialen Praktikums übernehmen die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Verantwortung und engagieren sich als Betreuer beziehungsweise Fußballtrainer. „Viele machen nach dem Schuljahr beim Special-Olympics-Projekt unserer Schule einfach weiter, auch wenn das Sozialpraktikum vorbei ist“, freut sich Julia Lober über das freiwillige soziale Engagement der Jugendlichen. Einer arbeitet inzwischen sogar als FSJler in einer Einrichtung in der Region mit Menschen mit Unterstützungsbedarf.
Bei den Bundesspielen dabei
An einem ganz besonderen Event nehmen die Jugendlichen in diesem Jahr teil. Mitte Juni stehen nämlich die Bundesspiele der „Special Olympics“ an. Da geht es für sechs Tage nach Saarbrücken. Erfahrungen haben die Lehrerinnen und Lehrer des ASG (Christian Sappa, Julia Lober, Marlies Unbehauen) und der Fröbelschule (Annelie Baumann, Roland Lautenschlager, Markus Schmid) bereits vor knapp vier Jahren bei den Bundesspielen in Berlin gesammelt. „Das war super für alle Beteiligten. So können die Jugendlichen einmal aus ihrem Alltag herauskommen“, erklärt Julia Lober.
Allerdings sind die Lehrerinnen und Lehrer weiterhin auf der Suche nach Sponsoren, denn so ein mehrtägiger Ausflug kostet zwischen 8000 und 9000 Euro für Teilnahme, Fahrt und Verpflegung. Glücklicherweise konnte für die Übernachtung eine Tennishalle in der Nähe von Saarbrücken gefunden werden, die kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. „Wir planen schon über ein Jahr und haben extra ein Video aufgenommen, mit dem wir potenziellen Unterstützern unser Projekt mit Szenen von den letzten Turnieren vorstellen“, berichtet Marlies Unbehauen, ebenfalls Lehrerin am ASG. Viele Kinder könnten sich ohne finanzielle Unterstützung so einen Mehrtagestrip gar nicht leisten.
Weg von der Spielkonsole
Seit über zwanzig Jahren organisiert der Fußball-Sozialverein „Aktion Fußballtag“ bundesweit Fußballtage – mittlerweile schon mehr als 2000, von der Ostsee bis zum Bodensee. Ziel der Initiative ist es, die Kinder weg von der Spielkonsole, hinein in Bewegung, Vereinssport und Gemeinschaft“, so Jo Eller, sportlicher Leiter des Vereins. Der Fußballtag sei bewusst kostenfrei und werde durch Sponsoren finanziert. „Wir möchten kein Kind ausschließen“, erklärt Eller. „Schon geringe Teilnahmegebühren könnten für manche Familien ein Hindernis sein.“
Unter Anleitung erfahrener Trainer aus Nachwuchsleistungszentren standen beim Aktionstag neben fußballerischen Grundlagen auch Werte wie Fairness, Teamgeist und Respekt im Mittelpunkt. Nach einem gemeinsamen Aufwärmen absolvierten die Kinder Koordinationsübungen, Passspiel, Slalomläufe, Kopfballtraining sowie Torschuss- und Freistoßübungen. Ein besonderes Highlight war die Messung der Schussgeschwindigkeit.
Trikot und Fußball als Geschenk
In diesem Jahr waren zudem einige Kinder aus der Fröbelschule Ellrichshausen dabei, die noch zu jung für die AG sind, aber schon mal reinschnuppern durften. Zum Trainerteam gehörten ein ehemaliger Jugend-Bundesligaspieler des Karlsruher SC sowie ein langjähriger Jugend-Bundesliga-Trainer der TSG Hoffenheim. „Ich war schon im vergangenen Jahr Trainer. Einige haben mich sofort wiedererkannt und die Freude war riesig“, erzählt Linus Sandmann von der TSG. Er war schon bei mehreren Inklusionsprojekten dabei und auch ihm macht es sichtlich Spaß, mit den Kindern zu trainieren und zu interagieren.
Nach der Mittagspause, wo es leckere Maultaschen gab, folgte noch ein Champions-League-Turnier, an dem auch Lehrerin Marlies Unbehauen teilnahm. Alle Kinder erhielten zum Abschluss ein Trikot und einen Fußball als Geschenk.



